Trends und Herausforderungen im Personalwesen: ‚5 Fragen an …‘ Lothar Kornherr

Vor Kurzem haben wir über das Thema Scannen im Personalwesen geschrieben. Gerade die HR-Branche erfährt derzeit durch die zunehmende Digitalisierung und die steigende Nutzung sozialer Netzwerke teils tiefgreifende Veränderungen. Wir freuen uns, dass wir mit Lothar Kornherr, einem der drei Geschäftsführer des Personalberatungsunternehmen Kornherr Associates, über Trends und Herausforderungen im sich schnell wandelnden HR-Sektor sprechen durften. In Kürze werden wir auch berichten, wie Kornherr Associates mit modernen Scanlösungen das Recruiting verbessern. Aber hier erstmal unsere ‚5 Fragen an…‘ Lothar Kornherr:

1. Was ist 2012 in Ihren Augen die größte Herausforderung für Personaler?

Durch das Internet, insbesondere das Web 2.0 mit beispielsweise seinen sozialen Netzwerken, haben sich vor allem bei jüngeren Mitarbeitern und Bewerbern das Verhalten – also Kommunikation, Loyalität und Erwartungshaltung – stark verändert. Die Strukturen der Unternehmen sind darauf größtenteils noch nicht eingestellt, denn die meisten Vorgesetzten sind noch völlig anders geprägt. Human Resources (HR) muss das Unternehmen darauf vorbereiten, sonst wird es immer schwieriger, die richtigen Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

2. Welche Trends sehen Sie für die Branche?

Nicht zuletzt durch die fortschreitende Digitalisierung wird es auch zu einer weitgehenden Standardisierung von Verwaltungsaufgaben kommen. Das führt dann konsequenterweise auch dazu, dass diese einfacher ausgelagert werden können – Stichwort Shared Services. Eine wichtige Entlastung besonders für kleinere Organisationseinheiten. Denn die Qualifizierung der internen HR-Mitarbeiter als Berater für das Management wird immer wichtiger. Auch müssen HR-Mitarbeiter wieder aktiver in der Personalgewinnung werden. Hier steht vor allem die Pflege der Social-Media-Kanäle im Vordergrund. Zudem wird das Personalmanagement stärker im Bereich Prozessmodellierung tätig werden müssen. Mitarbeiterbindung sowie interkulturelles Verständnis sind aus meiner Sicht zwei weitere wichtige Pfeiler des zukunftsgerichteten Personalmanagements.

3. Welche Rolle spielt die zunehmende Digitalisierung im Personalwesen? Inwiefern beeinflusst und verändert sie Ihre Arbeit?

Viele Abläufe werden dadurch beschleunigt und auch vereinfacht. Andererseits steigt dadurch natürlich auch die Belastung. In der Kommunikation sorgt die Vereinfachung allerdings oft dafür, dass zwar die Quantität, aber nicht die Qualität der Nachrichten und Gespräche steigt. Telefon- und Videokonferenzen erleichtern gerade im internationalen Umfeld die Kontaktaufnahme und den zeit- und ressourcenschonenden Austausch. Für weitreichende Entscheidungen wie die Neueinstellung eines Mitarbeiters ist das persönliche Gespräch jedoch auch heute noch unverzichtbar.

4. Welche Technik haben Sie sich kürzlich angeschafft und was steht noch auf Ihrem Wunschzettel?

Mobile Geräte wie das iPad haben den Weg in unseren Arbeitsalltag gefunden. Was wir gerne hätten ist ein richtig gutes Dokumentenmanagementsystem (DMS), welches unsere hohen Sicherheitsanforderungen erfüllt und auch leicht zu bedienen ist. An dieser Stelle ist für uns vor allem das schnelle Wiederfinden von Unterlagen wichtig.

5. Angenommen, Sie wären Mentor für einen Berufseinsteiger im Personalwesen. Was wäre Ihr wichtigster Tipp für ihn?

Er sollte sich ein Unternehmen suchen, das eine anerkannt gute Personalpolitik vertritt und einen Tätigkeitsschwerpunkt in einem Bereich wählen, wo er Kontakt und Austausch mit den Businessmanagern hat. Er sollte sich zum Ziel setzen, an strategischen Aufgaben mitarbeiten zu können. Denn nur so kann er deutlich machen, dass Personalarbeit kein Selbstzweck ist, sondern direkt auf den Unternehmenserfolg einzahlt. Und außerdem hat er dadurch die Möglichkeit, die eingangs genannten Veränderungen in der Kommunikation aktiv mitzugestalten.

Das könnte dir auch gefallen Mehr vom Autor