Ärzte ohne Medienbrüche: Die digitale Arztpraxis

Das Gesundheitswesen zählt zu den Branchen mit der größten Papierflut. Allein bei den Krankenversicherern gehen jährlich geschätzte 3.100 Rechnungen ein – pro Mitarbeiter. Dies besagt eine Studie von Billentis. Aber auch in der Arztpraxis vor Ort ist jede Menge Papier im Umlauf. Von Krankenscheinen, Überweisungen, Rezepten, Befunden, Bescheinigungen und Berichte über die Korrespondenz und die meist noch handschriftlich geführte Krankenakte bis zu den Erinnerungszetteln für den nächsten Termin und last but not least: die Abrechnung mit der Krankenkasse. Viele der Papiere werden zudem in mehrfacher Ausfertigung benötigt. Immer mehr Ärzte entdecken daher für sich die Vorteile, die eine papierarme Praxis hinsichtlich Effizienz, Produktivität und Kostenersparnis mit sich bringt.

Im Idealfall lässt sich Papier komplett eliminieren. Etwa, wenn Personendaten direkt aus der Krankenversicherungskarte ausgelesen werden. In den überwiegenden Fällen müssen Arzt und Praxismitarbeiter jedoch zuerst Papierdokumente in digitale umgewandeln. Und zwar die neuen und die alten. Denn ein wichtiger Punkt im Gesundheitswesen sind die langen Aufbewahrungsfristen. Im Falle einer Praxisübernahme bedeutet dies, dass oftmals wertvoller Praxisraum mit Aktenschränken voller Patientendaten des Vorgängers zugestellt ist. Ralf Köbele hat uns verraten, wie er dieses Problem in seiner Praxis für Nervenheilkunde mithilfe eines Scanners gelöst hat.

„Ich wollte von Anfang an eine papierlose Praxis, keine Karteikarten, keine Aktenordner. Nachdem ich meine Praxissoftware hatte, war ich auf der Suche nach einem Scanner und war nach verschiedenen Empfehlungen absolut begeistert von der Geschwindigkeit meiner zwei ScanSnap S1500. Meine Mitarbeiter sind begeistert, wie einfach scannen und zuordnen der vielen Unterlagen geht. Ich musste die gesamten Akten meines Praxisvorgängers einscannen und dies war mithilfe meiner fleißigen Mitarbeiterinnen und ScanSnap so schnell geschafft, dass Aktenberge der Vergangenheit angehören.“

Auch an die steigenden Anforderungen in punkto Mobilität kann sich die digitale Praxis leichter anpassen. Ob Hausbesuch oder wechselnde Einsatzorte – zum Beispiel als Durchgangsarzt oder Lehrbeauftragter an einer Universität – digitale Daten lassen sich leichter transportieren, einfacher für andere Nutzer zugänglich machen und  wesentlich schneller durchsuchen als Papierakten. Rolf Thelen, selbstständiger Augenarzt , kann so sogar „grenzüberschreitend“ tätig sein:

„Durch berufliche Umstellung bin ich gezwungen, meine Daten einzuscannen um sie „transportfähig“ zu machen. (Ich pendele zwischen Deutschland und Frankreich). Die deutschen Scans funktionieren einwandfrei, mit französisch werde ich es demnächst auch probieren.“

Wie sich interne Prozesse von der Patientenregistrierung bis zur telefonischen Sprechstunde mit digitalen Daten optimieren lassen, können Interessierte in diesem Artikel des Ärzteblattes nachlesen.

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